Seit Jahren schon waren die Nord-Stream-Pipelines das geopolitisch heikelste Infrastrukturprojekt. Deutschland erhielt günstiges Gas. Der Preis: Russland trieb einen Keil mitten in Europa. Die Bundesrepublik machte sich abhängig. Würde der Gashahn jemals zugedreht, so würde es für Deutschland äußerst knapp werden. Eine Gefahr, die real und sehr teuer werden sollte. Eine Gefahr, die von vielen ausgeblendet wurde.
Seit der Sprengung mitten im Krieg steht aber noch viel mehr auf dem Spiel: Die Antwort auf die Frage, wer hinter dem Anschlag steckt, kann zu einer weiteren kriegerischen Eskalation führen. Auch deshalb wird das Wissen um die Sprengungen wohl so strikt abgeschirmt – eine Geheimhaltung, die es so in den vergangenen Jahren sonst nirgends gab. Für den Journalismus eine besondere Herausforderung.
Im Frühsommer 2023 entschieden die beiden Teams von ARD, SZ und ZEIT gemeinsam zu recherchieren. Die schärfsten Konkurrenten beim Thema Nord Stream wurden zu Partnern. Warum? Weil der Widerstand von Politik und Behörden bei dieser Recherche so außergewöhnlich groß war. Und weil es gleichzeitig so wichtig war, dass die Öffentlichkeit doch mehr über diesen historischen Vorfall erfährt. Diese Kooperation konnte sicherstellen: Viele unterschiedliche Menschen werden im Internet, in der Zeitung, im TV oder im Radio verständlich und nachvollziehbar informiert werden.
Journalistinnen und Journalisten aus den beteiligten Teams teilten Rechercheergebnisse und führten Reisen gemeinsam durch. Zudem arbeiteten sie mit Kolleginnen und Kollegen aus Schweden, Polen und den Niederlanden, weil dort weitere Schauplätze dieses internationalen Politkrimis lagen.
Diese gemeinsame Recherche führte bereits zu mehreren Veröffentlichungen:


Artikel bei tagesschau.de, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit